Übungsgruppe Zeichentafeln: Schwarzer Stern – 5

(Mittwoch, 3. Februar 2010)

Nachdem wir letzte Woche die Aufgabe Schwarze Rübe – 5 lösten (Siehe Beitrag von den Buchstaben zu den Zeichen) wenden wir uns der Aufgabe Schwarzer Stern – 5 zu.

Ich präsentiere der Klasse die Aufgabe mit einer Folie auf dem Hellraumprojektor. Das Problemfeld ist abgedeckt, die Lernenden sehen also nur den Titel, den Aufgabentext und die fünf Modellzeichen.

Meine Ausgangsfrage:
„ Wie merkt Ihr euch die fünf Modellzeichen und was gilt es zu beachten?“ Spontan kommen folgende Antworten

  • Ich muss den Zeichen einen Namen geben, dann kann ich sie besser behalten:
    Schwarzer Stern, schwarzes Quadrat, Pfeil, Blatt Papier, Schneekristall

Zu einzelnen Zeichen muss man sich noch mehr merken als nur den Namen

  • Der Pfeil schaut nach rechts
  • Das schwarze Quadrat steht auf der Spitze
  • Der schwarze Stern hat fünf Zacken
  • Beim Blatt Papier fällt der Schatten nach rechts unten
  • Das Schneekristall hat sechs Teile

Ich lese den Aufgabentext laut vor und ein Lernender fragt: Was ist gemeint mit „Merkmale“? Ich gebe die Frage in die Klasse zurück. Spontan werden genannt:

  • Farbe
  • Form
  • Orientierung

Wir versuchen herauszufinden, welchen Einfluss die Orientierung auf die fünf Modellzeichen haben könnte:

  • Schwarzer Stern – Er könnte so stehen, dass zuoberst keine Zacke ist.
  • Schwarzes Quadrat – Es könnte auf einer Seite liegen.
  • Schwarzer Pfeil – Er könnte in eine andere Richtung schauen.
  • Blatt Papier – Es könnte von einer anderen Seite beleuchtet sein.
  • Es könnte auf der Spitze stehen.
  • Schneekristall – Er könnte so gedreht sein, dass kein Teilkristall nach oben zeigt.

Ich blende die Modellzeichen aus und fordere die Lernenden auf, die Augen zu schliessen: Habt ihr euch die 5 Modellzeichen so gut eingeprägt, dass ihr ein inneres Bild davon habt?

Die Lernenden bejahen und ich teile die Aufgabe aus. „Da ist aber ein Durcheinander,“ lässt sich ein Lernender vernehmen. Ich erkundige mich, was mit „Durcheinander“ gemeint ist.

Schliesslich einigen wir uns auf die Formulierung:

Die Modellzeichen sind im Problemfeld nicht mehr in Kolonnen und Zeilen geordnet. Sie bewegen sich sozusagen „frei im Raum.“

10 Minuten Ruhe und konzentriertes Arbeiten.
An der Tafel stehen die Zahl der verbleibenden Modellzeichen im Problemfeld. Es werden folgende drei Zahlen genannt: 30, 31 und 32 Zeichen.

Ich erkundige mich nach den Erfahrungen beim Lösen:

  • Es war nicht besonders schwierig, die „falschen“ Zeichen unterschieden sich zum grossen Teil erheblich von den Modellzeichen.

  • Beim schwarzen Pfeil und beim Schneekristall waren die „Fehler“ feiner.

  • Ich war verwirrt und habe mir das Problemfeld in drei Zonen eingeteilt.

Und welches ist nun die richtige Lösung? Es werden zwei Kriterien genannt:

  • Sicher sein, dass alle Zeichen, die nicht den Modellzeichen entsprechen durchgestrichen sind

  • Die verbleibenden Zeichen richtig zusammenzählen.

Einzelne Lernende präsentieren am HP, wie sie die beiden Kriterien umgesetzt haben.
Die Lösung von Marco sieht so aus:

Er hat das Problemfeld in drei Zonen eingeteilt,

Er hat die falschen Zeichen durchgestrichen.

Er hat beim Zählen mit einem Zeichen haeckchenChar markiert, dass es sich um ein Modellzeichen handelt.

Er ist sicher, dass seine Lösung stimmt.

Auf meine Frage: „Und was ist nun für euch die Strategie des Tages?“, präsentiert Matias folgenden Vorschlag:

  • Man muss sich eine Aufgabe so einrichten, dass sie „gäbig geit“.

Auf meine Frage: „Was heisst „gäbig geit?“, entsteht eine spontane Diskussion, die mich erstaunte. Was ist denn das Ziel von „gäbig geit?“

  • Mit möglichst wenig Aufwand

  • Ohne Anstrengung

  • Mit möglichst wenig Fehlerrisiko

TRANSFER:

Spontan bringen die Lernenden Arbeiten aus ihrem Beruf, die sich so arrangieren lassen, dass sie sich mit möglichst wenig Aufwand, schnell und mit geringem Fehlerrisiko erledigt werden können.